Du bist was du isst

Ein Buch mit dem Titel "Du bist, was du isst: Wie man Gesundheit gewinnt und erhält", erschien 1942 in den Vereinigten Staaten, aber Variationen dieses Sprichworts reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Heute haben wir eine Wissenschaft, die diesen großen Anspruch unterstützt. Unsere Gehirne erhalten einen steten Strom von Informationen aus unseren Darmtrakten, wo wir Nahrung verdauen.

Die Aminosäure Tryptophan, reichlich in Soja, Kakaopulver, Cashewnüssen, Hähnchenbrust, Hafer und Eier, unter anderem Lebensmitteln, wandelt in Ihrem Körper zu Serotonin-Gehirn-Chemikalie gezielt in den beliebtesten Antidepressiva, die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

Der größte Teil des Serotonins in Ihrem Körper befindet sich in Ihrem Magen-Darm-Trakt. Der Darm enthält tatsächlich mehr Neuronen als das Rückenmark. Manche Leute bezeichnen diese Neuronen als "zweites Gehirn".

Es ist wichtiger als wir wissen: Wissenschaftler waren schockiert zu erfahren, dass die überwiegende Mehrheit der Fasern im Vagusnerv an der Schädelbasis – dem Eintrittsweg zum Gehirn – Informationen vom Darm zum Gehirn transportiert und nicht umgekehrt um.

Der Darm ist auch zu Zehntausenden von Bakterien heimisch, die auf noch geheimnisvolle Weise mit diesen Neuronen kommunizieren. Ihre Ernährung beeinflusst, welche Bakterien in Ihrem Darm gedeihen. Im Gegenzug deutet vieles darauf hin, dass das Gleichgewicht der Darmbakterien die Stimmung beeinflusst: Mäuse mit einer fettreichen Ernährung haben sich beispielsweise bei Gedächtnisuntersuchungen verschlechtert und zeigten Anzeichen von "depressionsähnlichem" Verhalten sowie beobachtbare Veränderungen in ihrem Darm Bakterien. Ein Ungleichgewicht der Darmbakterien kann zu chronischer Entzündung, einer Immunreaktion und einer Verlangsamung der Produktion neuer Gehirnzellen führen, die beide an Depressionen gebunden sind. Sie könnten sagen, dass die falsche Ernährung Ihren Körper fast so verhält, als würde er eine Infektion bekämpfen.

Studien haben nun bestätigt, warum wir uns seit Jahrhunderten auf Schokolade und Kaffee konzentrieren: Sie steigern die Stimmung. Wir wissen immer mehr darüber, wie Fette in "comfort food" Signale vom Darm zum Gehirn auslösen, die uns trösten. Wissenschaftler erforschen die Ähnlichkeiten zwischen Adipositas und Abhängigkeit, in denen verletzliche Menschen zunehmend an den emotionalen Belohnungen hängen, die durch eine Nahrung oder eine Droge ausgelöst werden.

All dies bedeutet, dass es wichtig ist, darüber nachzudenken, wie sich die Nahrung, die Sie essen, auf Sie auswirkt. Iss gesund zu sein – und glücklich.

Eine längere Version dieses Stücks erschien auf Your Care Everywhere.