Wie Musiktherapie das Gehirn im Autismus beeinflusst

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Musiktherapie die soziale Kommunikation in der ASD verbessert.

Ich habe kürzlich eine faszinierende Forschungsarbeit über Musiktherapie für Kinder mit ASD gelesen. Es gab einige Artikel über die Auswirkungen von Musikinterventionen bei ASD, und die meisten berichten von positiven Veränderungen bei emotionalem Engagement und sozialer Kommunikation. Dieses Dokument ist jedoch das erste, das berichtet, wie das Gehirn durch Musikintervention beeinflusst werden kann.

Wie war die Studie gestaltet?

Sharda und Kollegen verglichen eine Musikintervention mit einer Intervention ohne Musikkontrolle bei Kindern im Schulalter (6-12 Jahre) mit ASD. 26 Kinder nahmen an der Musikintervention teil, und 25 verschiedene Kinder nahmen an der Interaktion ohne Musik teil. Beide Interventionen trafen sich wöchentlich 45 Minuten lang und wurden 8-12 Wochen lang durchgeführt. Vor und nach beiden Interventionen haben die Forscher das Verhalten (z. B. soziale Kommunikation, verbale Kommunikation und familiäre Lebensqualität / elterlicher Stress) sowie die Gehirnaktivität mithilfe von rsfMRI gemessen. Mit fMRI können Forscher die Gehirntätigkeit in verschiedenen Teilen des Gehirns messen. In dieser Studie haben die Forscher die Verbindung und Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen des Gehirns gemessen. Das “rs” in rsfMRI steht für “Ruhezustand” und bedeutet, dass die Gehirnaktivität gemessen wurde, während Kinder passiv im Scanner lagen (z. B. während des “Ruhezustands”).

Warum das Interesse an Kommunikation / Verbindung zwischen Gehirnbereichen? Denn es gibt eine lange Geschichte neurowissenschaftlicher Erkenntnisse, die darauf schließen lassen, dass Unterschiede in den Verbindungen zwischen Gehirnbereichen ein Markenzeichen von ASD sind. Einige Befunde deuten darauf hin, dass Gehirnbereiche bei ASD * zu stark miteinander verbunden sind, während andere vermuten lassen, dass die Verbindung zwischen verschiedenen Gehirnbereichen * bei ASD nicht stark genug ist. Es wird angenommen, dass diese Unterschiede in der Konnektivität für die in ASD beobachteten Schwierigkeiten in der verbalen und sozialen Kommunikation teilweise verantwortlich sind, und sie können auch eine Rolle bei der sensorischen Sensibilität spielen.

Die Ergebnisse

Verhaltensbedingt wurden Verbesserungen bei Kommunikation, sozialer Reaktionsfähigkeit und familiärer Lebensqualität von Kindern bei der Musikintervention gegenüber der Kontrollintervention gesehen. Neurowissenschaftliche Ergebnisse waren ebenso vielversprechend. Für Kinder bei der Musikintervention gab es vermehrt Verbindungen zwischen Gehirnbereichen, die für die auditive Verarbeitung zuständig sind, und subkortikalen motorischen Bereichen. Für Kinder bei der Musikintervention gab es auch weniger Verbindungen zwischen auditorischen und visuellen Verarbeitungsbereichen.

Gehirn und Verhalten

Der aufregendste Teil der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse ist, dass Unterschiede in der Gehirnaktivität mit Verbesserungen der Verhaltensmaße zusammenhängen. Zum Beispiel war die Stärke der Verbindung zwischen auditorischen und motorischen Bereichen danach signifikant mit Verbesserungen in der sozialen Kommunikation verbunden. Das heißt, Kinder mit den stärksten Zuwächsen bei der Gehirnverbindung zwischen auditorischen und motorischen Bereichen hatten auch die größten Verhaltensverbesserungen bei der Antwortintervention. In ähnlicher Weise zeigten Kinder, die weniger Verbindungen zwischen auditorischen und visuellen Gehirnbereichen hatten, Verbesserungen in der sozialen Kommunikation.

Was bedeutet das?

Ich denke, es gibt hier ein paar wichtige Botschaften:

1. Musikinterventionen können die soziale Kommunikation bei Kindern im Schulalter mit ASD verbessern. Musikinterventionen und Musiktherapie gelten seit langem als “alternative” Therapie und wurden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft nicht ohne weiteres akzeptiert. Diese Forschung unterstützt Musikinterventionen als vielversprechende Möglichkeit, die soziale Kommunikation in der ASD zu verbessern. Diese Art von Arbeit führt hoffentlich zu einer erhöhten Verfügbarkeit von Musikinterventionsanbietern, einem Versicherungsschutz und mehr Forschungsmitteln für dieses Thema, so dass mehr Forschung betrieben werden kann.

2. Musikintervention verbessert nicht nur das Verhalten. Es beeinflusst auch die Stärke von Verbindungen zwischen Gehirnbereichen, und diese Verbindungsänderungen stehen im Zusammenhang mit Verhaltensverbesserungen in der sozialen Kommunikation. Das ist spannend, denn es zeigt, warum Musikinterventionen funktionieren. Zum Beispiel: Abnehmende Verbindungen zwischen auditorischen und visuellen Gehirnbereichen können zu einer Sensibilisierung der ASD beitragen, was zu einer Verbesserung der sozialen Fähigkeiten führen kann. Es ist möglich, dass sensorische Sensibilität der sozialen Kommunikation in ASD im Wege steht. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen mit jemandem zu sprechen, aber ihre Stimme ist unglaublich laut, hoch und kratzend. Darüber hinaus verletzen die Lichter im Raum die Augen und draußen klagt ein ständiges Ambulanzjäger. Wie stark sind Ihre sozialen Kommunikationsfähigkeiten in dieser Situation? Meine Vermutung ist, dass Ihre sozialen Kommunikationsfähigkeiten aufgrund all der sensorischen Überstimulation abnehmen würden. Dies könnte bei ASD der Fall sein. Es ist möglich, dass sich die sozialen Fähigkeiten verbessern, wenn wir mit sensorischen Symptomen helfen können.

Ich bin begeistert von der Intervention durch Musik als neuen Weg, um Kindern mit ASD zu helfen, und ich freue mich darauf, mehr darüber zu lesen und zu zukünftigen Forschungsanstrengungen beizutragen.

Verweise

M. Sharda, Tuerk, C., Chowdhury, R., Jamey, K., Foster, N., Custo-Blanch, M., Tan, M., Nadig, A. & Hyde, K. (2018) . Translationale Psychiatrie. DOI: 10.1038 / s41398-018-0287-3